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JAK-Inhibitoren – Symptome wirksam lindern

Extreme Müdigkeit, Juckreiz und Knochenschmerzen zeigen sich weder im Blutbild noch bei bildgebenden Untersuchungen. Doch gerade diese Beschwerden belasten Patienten mit Myelofibrose oft stark und sollten behandelt werden.

Eine Möglichkeit der medikamentösen Behandlung bei einer Myelofibrose bieten sogenannte Januskinase-Inhibitoren (JAK-Inhibitoren). Diese Substanzen greifen zielgerichtet in die gestörten Signalprozesse der Zellen im Knochenmark ein. Durch die Therapie lassen sich die Symptome der Myelofibrose wie Müdigkeit, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Fieber lindern und die bei den Patienten häufig auftretende Splenomegalie, also die Vergrößerung der Milz, verringern.


Info-Grafik: Symptome der Myelofibrose
Myelofibrose führt zu einer Vielzahl von Symptomen, von denen die Müdigkeit (Fatigue) am häufigsten Auftritt.

Es wird vermutet, dass ein Großteil dieser Symptome durch Botenstoffe, die Zytokine, ausgelöst wird, die im Rahmen der „Entzündung" im Knochenmark freigesetzt werden. Eine besondere Rolle scheinen hier das sogenannte Interleukin 6 und der Tumornekrosefaktor zu spielen.

Was sind Januskinasen?

Januskinasen sind Enzyme, die an der Signalübertragung in der Zelle beteiligt sind. Hier wird unter anderem der „Befehl" zur Zellvermehrung an den Zellkern weitergegeben. Daran sind insbesondere die Januskinasen 1 und 2 beteiligt. Bei vielen Patienten mit Myelofibrose sind diese Januskinasen überaktiv, was zur Folge hat, dass zu viele Blutzellen gebildet werden.  

JAK-Inhibitor als Wirkstoff

In Deutschland gibt es ein zugelassenes Medikament mit einem Januskinasehemmer oder JAK-Inhibitor als Wirkstoff zur Behandlung der Myelofibrose. JAK-Inhibitoren hemmen die Aktivität der Januskinasen und reduzieren die Freisetzung von Endzündungsstoffen. So können sie die Symptome einer Myelofibrose wie Fatigue, Nachtschweiß und Juckreiz wirkungsvoll lindern.


Abb. Januskasen JAK1 und JAK2 in der Zelle

Nebenwirkungen bei JAK-Inhibitoren

Januskinase-Inhibitoren haben aber nicht nur die erwünschte Wirkung auf die Krankheit, sondern können – wie andere Medikamente auch – Nebenwirkungen verursachen. Am häufigsten entwickeln die Patienten einen Blutplättchenmangel (Thrombozytopenie) und eine Blutarmut (Anämie).

Anfangsdosierung hängt von Thrombozytenzahl ab

Zu Beginn der Behandlung mit einem JAK-Inhibitor muss der Arzt die Dosis festlegen, in der das Medikament zunächst eingenommen werden soll. Die hängt vor allem davon ab, wie hoch die Konzentration der Blutplättchen (Thrombozyten) im Blut des Patienten ist.

Die gewählte Anfangsdosis sollte dann innerhalb der ersten vier Wochen der Behandlung nicht verändert werden. Danach kann der Arzt die Dosis in zweiwöchigen Intervallen anpassen, wenn beispielsweise die Thrombozytenzahl fällt oder andere Veränderungen im Blut auftreten.

Um dies rechtzeitig zu erkennen, sollte der Arzt vor Beginn der Behandlung und dann alle zwei bis vier Wochen ein sogenanntes großes Blutbild erstellen, bis die für den jeweiligen Patienten richtige Dosierung des Medikaments gefunden wurde. Auch danach sind regelmäßige Blutbildkontrollen erforderlich.

JAK-Inhibitoren und Neutropenie

Neben Thrombozytopenie und Anämie kann es durch die Therapie mit JAK-Inhibitoren auch zu einer sogenannten Neutropenie kommen. Hier hat der Patient zu wenig neutrophile Granulozyten in seinem Blut. Die Folge kann eine Schwächung des Abwehrsystems sein. Wenn die Zahl der neutrophilen Granulozyten infolge der Behandlung mit JAK-Inhibitoren auf weniger als 500 pro µl Blut abfällt, dann sollte die Therapie vorübergehend unterbrochen werden. Nach einer Verbesserung der Werte kann der Arzt wieder schrittweise mit der Behandlung beginnen.

Stand: 2017

Quellen:

  1. Novartis Pharma GmbH. Broschüre für Patienten mit Myelofibrose und deren Angehörige: Schritt für Schritt. Leben mit Myelofibrose.
  2. Mesa RA et al. The burden of fatigue and quality of life in myeloproliferative disorders (MPDs): an international Internet-based survey of 1179 MPD patients. Cancer 2007;109(1):68-76.
  3. Scherber R et al. The Myeloproliferative Neoplasm Symptom Assessment Form (MPN-SAF): international prospective validation and reliability trial in 402 patients. Blood 2011;118(2):401-408.
  4. mpn-netzwerk e.V., http://www.mpn-netzwerk.de/primaere-myelofibrose.html (zuletzt besucht am 10.03.2017)
  5. Tefferi A. How I treat myelofibrosis. Blood 2011; 117(13): 3494-3504.
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