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Thrombozytopenie – zu wenige Blutplättchen

Ein häufiges Symptom im Verlauf der Myelofibrose ist die sogenannte Thrombozytopenie: Es werden zu wenige Blutplättchen gebildet und die Blutgerinnung ist beeinträchtigt. Eine Thrombozytopenie lässt sich jedoch behandeln.

In der späten Phase der Myelofibrose werden zu wenige Blutzellen gebildet. Betroffen sind alle Arten von Blutzellen, insbesondere die Blutplättchen (Thrombozyten) und die roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Befinden sich zu wenige Thrombozyten im Blut, ist die Blutgerinnung beeinträchtigt – die Blutungsneigung nimmt zu.

Was sind Thrombozyten?

Die Blutplättchen oder Thrombozyten sind eine Art der Blutzellen. Sie werden im Knochenmark produziert und gehören, wie auch die weißen und die roten Blutkörperchen, zu den festen Bestandteilen des Blutes. Die Hauptaufgabe der Blutplättchen besteht darin, die Blutgerinnung zu gewährleisten.

Welche Ursachen hat Thrombozytopenie?

Eine Thrombozytopenie kann verschiedene Ursachen haben. Sie kann entstehen, wenn die Blutbildung im Knochenmark gestört ist, beispielsweise bei Krebserkrankungen, die das Knochenmark als Bildungsort der Blutzellen verdrängen, oder bei der Myelofibrose.

Häufig wird die Thrombozytopenie auch dadurch verursacht, dass der Organismus Antikörper gegen die Blutplättchen bildet, zum Beispiel nach Blutplättchen-Transfusionen, bei rheumatischen Erkrankungen oder allergischen Reaktionen auf Medikamente. Auch schwere Infektionen oder mechanische Zerstörungen der Blutplättchen (z. B. durch künstliche Herzklappen) können eine Thrombozytopenie hervorrufen.

Wie entsteht eine Thrombozytopenie bei Myelofibrose?

Bei der Myelofibrose liegt eine Störung der Blutbildung vor. Dies hat zur Folge, dass im Verlauf der Erkrankung immer weniger Blutzellen gebildet werden. Doch wie kommt es dazu?

Blutzellen haben eine begrenzte Lebensdauer und müssen daher regelmäßig erneuert werden. Die Blutzellen werden im Knochenmark produziert und ins Blut abgegeben, sobald sie reif sind. Da das Knochenmark jedoch in der späten Phase der Myelofibrose größtenteils durch Bindegewebe ersetzt wurde, kann es diese Aufgabe nicht mehr ausreichend erfüllen. Das Knochenmark verödet und bildet immer weniger Blutzellen - durch die Verminderung der Thrombozytenzahl entsteht schließlich eine Thrombozytopenie.

Da das Knochenmark im Verlauf der Myelofibrose immer schlechter funktioniert, wird die Blutbildung zunehmend von der Milz übernommen. Dies hat zur Folge, dass sich die Milz vergrößert. Aber auch der Abbau von Blutzellen erfolgt zum Teil in der Milz. Eine Vergrößerung der Milz kann auch dazu führen, dass vermehrt Blutzellen abgebaut werden, wodurch die Anzahl der Blutplättchen weiter reduziert wird.

Welche Beschwerden gibt es durch Thrombozytopenie?

Bei der Thrombozytopenie sind zu wenige Thrombozyten im Blut vorhanden. Dadurch wird die Blutgerinnung beeinträchtigt, und es entsteht eine verstärkte Blutungsneigung. Diese äußert sich insbesondere darin, dass Betroffene bei Verletzungen länger und stärker bluten. Selbst bei kleinen Verletzungen kann es zu starken Blutungen kommen.

Darüber hinaus macht sich eine verstärkte Blutungsneigung häufig durch stecknadelkopfgroße Blutungen auf der Haut und den Schleimhäuten (Petechien) sowie durch Blutergüsse (Hämatome) oder Nasenbluten bemerkbar. Dies ist jedoch meist erst dann der Fall, wenn die Anzahl an Blutplättchen stark reduziert ist.

Wie kann Thrombozytopenie behandelt werden?

Die Therapie der Thrombozytopenie besteht darin, die Anzahl der Thrombozyten im Blut zu stabilisieren. Bei sehr starken, u. U. lebensbedrohlichen Blutungen oder wenn die Thrombozytenzahl unter einen kritischen Wert absinkt, sind regelmäßige Bluttransfusionen mit thrombozytenhaltigen Blutkonserven erforderlich.

Unser Rat:
Lassen Sie regelmäßig Ihr Blut untersuchen. Dabei wird die Anzahl der Blutplättchen überprüft. Ein Mangel lässt sich so schnell feststellen und – falls erforderlich behandeln.

Stand: 2017

Quellen:

  1. mpn-netzwerk e.V., http://www.mpn-netzwerk.de/primaere-myelofibrose.html#c347 (zuletzt besucht am 10.03.2017)
  2. mpn-netzwerk e.V. Primäre Myelofibrose (PMF) – Antworten auf häufig gestellte Fragen. Stand: 2011, http://www.mpn-netzwerk.de/fileadmin/dokumente/PMF_Broschuere_.pdf (zuletzt besucht am 10.03.2017)
  3. Der Brockhaus: Gesundheit. Brockhaus in der Wissenmedia. 8. Auflage 2010
  4. Baenkler, H.-W. et al. Innere Medizin. Thieme Verlag. 2. Auflage 2009
  5. Grieshammer M. et al. Onkopedia, DGHO Leitlinien „Primäre Myelofibrose (PMF)“, https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/primaere-myelofibrose-pmf/@@view/html/index.html (zuletzt besucht am 10.03.2017)

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