Ein Service der Novartis Pharma GmbH.
Login für Fachkreise

Blutarmut – Anämie bei Myelofibrose

Ein häufiges Problem bei einer fortgeschrittenen Myelofibrose ist die Blutarmut (Anämie). Sie macht sich durch Müdigkeit und Schwäche bemerkbar. Man kann sie jedoch behandeln.

In der frühen Phase der Myelofibrose treten in der Regel keine körperlichen Beschwerden auf. Im fortgeschrittenen Stadium fühlen sich die Betroffenen jedoch meist deutlich krank. Dafür ist, neben einer Vergrößerung der Milz (Splenomegalie), insbesondere die Blutarmut (Anämie) verantwortlich.

Was ist eine Blutarmut?

Unser Blut besteht aus einem flüssigen Anteil, dem Blutplasma, und einem festen Anteil, den Blutzellen. Zu den Blutzellen gehören die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten).

Von einer Anämie spricht man, wenn die Anzahl der roten Blutkörperchen oder die Menge an rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) unter den normalen Wert verringert ist. Hämoglobin ist ein wichtiger Bestandteil der roten Blutkörperchen, der für den Transport von Sauerstoff zuständig ist.

Eine Anämie kann verschiedene Ursachen haben. So können unter anderem starker Blutverlust und Störungen in der Blutbildung – so wie es bei der Myelofibrose der Fall ist – eine Anämie hervorrufen.

Anämie und Myelofibrose – wie hängt das zusammen?

Die Blutbildung findet im Knochenmark statt: Ausgehend von einer gemeinsamen Stammzelle entwickeln sich auf unterschiedlichen Wegen die verschiedenen Blutzellen. Die reifen Blutzellen verlassen das Knochenmark, gehen in die Blutbahn über und erfüllen ihre spezifischen Aufgaben.

Dieser Prozess läuft zeitlebens ab, denn die Blutzellen haben eine begrenzte Lebensdauer und müssen daher ständig erneuert werden. Da das Knochenmark bei der fortgeschrittenen Myelofibrose jedoch weitestgehend durch Bindegewebe ersetzt wurde, kann die Blutbildung nicht mehr ausreichend stattfinden.

Die Folge: Es werden immer weniger Blutzellen produziert, und die Blutbildung wird zunehmend von anderen Organen, zum Beispiel der Milz, übernommen. Von der Zellreduzierung sind vor allem die roten Blutkörperchen sowie die Blutplättchen betroffen. Der Mangel an roten Blutkörperchen führt schließlich zur Blutarmut.

Wie äußert sich Blutarmut?

Mit der Reduzierung der roten Blutkörperchen im Verlauf der Myelofibrose nimmt auch der Anteil des Blutes ab, der für den Transport von Sauerstoff zuständig ist. Dadurch wird der Körper mit Sauerstoff unterversorgt.

Typische Beschwerden sind:

  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Konzentrationsschwäche
  • Herzklopfen
  • Abgeschlagenheit
  • Schwäche
  • Luftnot (auch bereits bei geringer Belastung)
  • Blässe (vor allem der Schleimhäute, z. B. Lippen)

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Da bei einer Blutarmut zu wenige rote Blutkörperchen produziert werden, zielt die Therapie darauf ab, die Anzahl dieser Blutzellen zu stabilisieren. Liegt eine schwere Blutarmut vor, kann die Übertragung von roten Blutkörperchen durch Bluttransfusionen notwendig sein.

Darüber hinaus können Medikamente dazu beitragen, die Anzahl der roten Blutkörperchen aufrechtzuerhalten. Zum Einsatz kommen unter anderem das Hormon Erythropoetin (EPO), männliche Sexualhormone (Androgene) und Kortikosteroide.

Eine Behandlung der Blutarmut bei Myelofibrose ist generell nur dann erforderlich, wenn sie die Lebensqualität entscheidend beeinträchtigt. Verursacht die Blutarmut keine oder nur geringe Beschwerden, warten die Ärzte zunächst ab und beobachten den Krankheitsverlauf. Von Myelofibrose Betroffene sollten daher ihre ärztlichen Kontrolluntersuchungen regelmäßig wahrnehmen.

Stand: 2017

Quellen:

  1. mpn-netzwerk e.V. Primäre Myelofibrose (PMF) – Antworten auf häufig gestellte Fragen. Stand: 2011, http://www.mpn-netzwerk.de/fileadmin/dokumente/PMF_Broschuere_.pdf (zuletzt besucht am 10.03.2017)
  2. mpn-netzwerk e.V., http://www.mpn-netzwerk.de/primaere-myelofibrose.html#c347 (zuletzt besucht am 10.03.2017)
  3. Baenkler, H.-W. et al. Innere Medizin. Thieme Verlag. 2. Auflage 2009
  4. Der Brockhaus: Gesundheit. Brockhaus in der Wissenmedia. 8. Auflage 2010
Diese Seite teilen:

Novartis Infoservice Tel.: 01802 – 232300 * Fax: 0911 – 27312160 E-Mail:  infoservice.novartis@novartis.com Unser Infoservice bietet kompetente Beratung und zuverlässige Informationen zu medizinisch-pharmazeutischen Themen.
* Service-Telefon (0,06 € pro Anruf aus dem deutschen Festnetz; max. 0,42 € pro Minute aus dem deutschen Mobilfunknetz) und Fax – wochentags von 8.00 bis 18.00 Uhr