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Kontrolluntersuchungen bei Myelofibrose

Bei von Myelofibrose Betroffenen sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig. Sie sollen Sicherheit geben und eine optimale Therapie gewährleisten. Doch wie verlaufen sie?

Die Myelofibrose ist eine chronische Krankheit des Knochenmarks, bei der es zu einer Verfaserung des blutbildenden Gewebes im Knochenmark und damit zu einer Einschränkung der Blutbildung kommt. Da der Krankheitsverlauf individuell sehr unterschiedlich sein kann, muss die Therapie auf die jeweilige Krankheitsphase abgestimmt werden.

Zentraler Teil der Behandlung von Myelofibrose

Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung sind daher regelmäßige Kontrolluntersuchungen mit dem Ziel, die Entwicklung der Krankheit zu überwachen. Dabei passt der Arzt Art und Umfang der Kontrollen an die jeweilige Situation des Patienten an. Er berücksichtigt beispielsweise den individuellen Verlauf der Erkrankung sowie die Form der Therapie und die Behandlungsphase, in der sich der Patient befindet.

Warum sind Kontrolluntersuchungen so wichtig?

Es gibt – je nach Therapiesituation und Krankheitsverlauf – verschiedene Gründe, die dafür sprechen, sich und seine Erkrankung regelmäßig kontrollieren zu lassen:

  • Watch-and-Wait-Strategie: Betroffene, die keine Beschwerden haben und bei denen die Anzahl der Blutzellen weitestgehend normal ist, werden zunächst nicht behandelt, sondern nur beobachtet. Daher sind regelmäßige Kontrollen notwendig, damit der Arzt ein Fortschreiten der Krankheit erkennen und gegebenenfalls eine Behandlung einleiten kann.
  • Beurteilung des Behandlungserfolgs: Bei Betroffenen, deren Beschwerden mit Medikamenten behandelt werden, lässt sich durch regelmäßige Verlaufskontrollen der Behandlungserfolg beurteilten. Falls erforderlich, kann der Arzt die Therapie anpassen.
  • Nebenwirkungen: Die Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen einer medikamentösen Behandlung können im Zuge der Kontrollen erkannt und therapiert werden.
  • aktute myeloische Leukämie (AML): Eine Myelofibrose kann in eine sogenannte akute myeloische Leukämie übergehen. Durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen kann der Arzt Anzeichen hierfür rechtzeitig erkennen eine entsprechende Therapie veranlassen.
  • Stammzelltransplantation: Patienten, bei denen eine Stammzelltransplantation durchgeführt wurde, werden mit Medikamenten behandelt, die das Immunsystem unterdrücken. Auch hier sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen erforderlich.
  • Körperliche und seelische Probleme: Nicht zuletzt kann der Arzt den Patienten unterstützen, wenn dieser infolge der Krankheit körperliche und/oder seelische Probleme hat.

Bestandteile der Kontrolluntersuchung

Ein wichtiger Bestandteil jeder Kontrolluntersuchung sind die körperliche Untersuchung und das Gespräch mit dem Arzt. Hier werden z.B. Fragen nach dem bisherigen Verlauf der Erkrankung und nach dem aktuellen Befinden geklärt. Darüber hinaus setzt der Arzt dieselben Verfahren ein wie zur Diagnose der Krankheit. Er nutzt also sowohl Laboruntersuchungen als auch bildgebende Verfahren.

Blutuntersuchung: Hinweise auf den Krankheitsverlauf

Durch mikroskopische Blutuntersuchungen kann der Arzt überprüfen, ob und wie sich Anzahl und Form der Blutzellen im Laufe der Zeit verändern. Die Ergebnisse der Blutuntersuchung lassen Rückschlüsse auf den Krankheitsverlauf und den Erfolg der Behandlung zu. Falls erforderlich, kann die Therapie umgestellt werden.

Die zeitlichen Abstände, in denen Blutuntersuchungen durchgeführt werden, sind abhängig von der Behandlungsform und -phase sowie dem individuellen Verlauf der Erkrankung. Zu Beginn der Therapie sind kurzfristige Kontrollen notwendig. Nachdem die Krankheit durch die Behandlung eine stabile Phase erreicht hat, sind in der Regel Untersuchungen in viertel- bis halbjährlichem Abstand erforderlich.

Treten bei der Blutuntersuchung kurzzeitig schwankende Blutwerte auf, ist dies noch kein Grund zur Beunruhigung. Solche Unterschiede sind häufig „tagesformabhängig" und deuten nicht zwangsläufig auf ein Fortschreiten der Krankheit hin.

Ultraschalluntersuchung: Milz- und Lebervergrößerung

Infolge einer Myelofibrose können Milz und Leber vergrößert sein. Dies erkennt der Arzt unter Umständen bereits bei der körperlichen Untersuchung, wenn er den Bauch abtastet. Um die genaue Größe dieser Organe zu bestimmen, ist jedoch eine Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs notwendig. Dies ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem mit Hilfe von Ultraschallwellen Gewebestrukturen sichtbar gemacht werden.

Knochenmarkuntersuchungen: sind nur selten nötig

Zur Absicherung der Diagnose Myelofibrose ist eine Knochenmarkpunktion erforderlich, bei der der Arzt Gewebeproben des Knochenmarks entnimmt und unter dem Mikroskop auf Veränderungen hin untersucht. Darüber hinaus wird eine erneute Knochenmarkuntersuchung – je nach allgemeinem Krankheitsverlauf und Veränderungen der Blutwerte – etwa alle 3 bis 5 Jahre empfohlen. Mit ihrer Hilfe kann ein Fortschreiten der Krankheit oder der Übergang in eine akute Leukämie erkannt werden.

Stand: 2017

Quellen:

  1. Grieshammer M. et al. Onkopedia, DGHO Leitlinien „Primäre Myelofibrose (PMF)“, https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/primaere-myelofibrose-pmf/@@view/html/index.html (zuletzt besucht am 10.03.2017)
  2. UniversitätsKlinikum Heidelberg. Stammzellentransplantationszentrum Heidelberg. Sektion Allogene Stammzellentransplantation, http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/medienzentrum/Vorlagen/downloads/Arbeitsproben/stammzellen.pdf (zuletzt besucht am 10.03.2017)
  3. mpn-netzwerk e.V. Primäre Myelofibrose (PMF) – Antworten auf häufig gestellte Fragen. Stand: 2011, http://www.mpn-netzwerk.de/fileadmin/dokumente/PMF_Broschuere_.pdf (zuletzt besucht am 10.03.2017)
  4. Novartis Pharma GmbH. Broschüre für Patienten mit Myelofibrose und deren Angehörige: Schritt für Schritt. Leben mit Myelofibrose.
  5. MedizInfo, http://www.medizinfo.de/krebs/cmpe/omf_therapie.shtml (zuletzt besucht am 10.03.2017)

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