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Myelofibrose und Depression –
Unterstützung bei Betroffenen

Die Diagnose Myelofibrose verändert das Leben. Wenn die eigene Existenz plötzlich bedroht ist, reagiert jeder Mensch anders, z. B. auch mit Depressionen. Nur eine Depression, die erkannt wird, kann behandelt werden.

Hoffnungslosigkeit und Trauer sind ganz natürliche Gefühle, die wohl jeder Krebserkrankte durchlebt. Dauern diese Gefühle jedoch länger an, kann dies auf eine Depression hinweisen.

Negativer Einfluss auf die Erkrankung?

Die häufig geäußerte Ansicht, dass negative Gefühle oder eine Depression einen negativen Einfluss auf den Verlauf der Krebserkrankung haben, konnte nicht bewiesen werden. Eine Depression kann bei einer Krebserkrankung jedoch zusätzlich belasten und sollte deshalb professionell diagnostiziert und behandelt werden.

Kann man das Risiko einer Depression bei Myelofibrose verringern?

Es gibt keine Patentrezepte und keine allgemeingültigen Verhaltensregeln, mit denen Menschen mit Myelofibrose einer Depression vorbeugen können. Jeder Mensch hat seine persönlichen Lebenserfahrungen und Strategien im Umgang mit Krisensituationen.
Wichtig ist vor allem, auch negative Gefühle zuzulassen und sich von Angehörigen und Freunden nicht unter Druck setzen zu lassen. Denn jeder Mensch hat das Recht, auch traurig zu sein, nicht immer alles positiv zu sehen und sich gehen zu lassen, wenn ihm danach zumute ist.

Depression unterscheidet sich von Niedergeschlagenheit und Trauer

Nicht jede Niedergeschlagenheit oder Trauer ist ein Anzeichen einer Depression. Es ist ganz natürlich, dass im Verlauf einer Krebserkrankung immer wieder Phasen der Verzweiflung und Traurigkeit auftreten. Wenn solche Gefühle aber länger bestehen und den ganzen Tag über anhalten, sollte man sich professionelle Hilfe suchen.

Eine Depression kann sich schleichend entwickeln, dadurch ist es manchmal sehr schwierig, sie zu erkennen. Es gibt aber auch Menschen, die sich ganz plötzlich bewusst werden, dass sie ihre Hoffnung und Lebensfreude verloren haben. An einer Depression zu leiden ist kein persönliches Versagen oder Schwäche, sondern es handelt sich um eine therapierbare Krankheit.

Welche Symptome weisen auf eine Depression hin?

Hinweise auf eine Depression oder eine depressive Episode geben mehrere seelische und körperliche Veränderungen. Zu diesen typischen Symptomen zählen:

  • Depressive Verstimmung mit Niedergeschlagenheit, Mutlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Traurigkeit
  • Stark vermindertes Interesse oder fehlende Freude an fast allen Aktivitäten
  • Deutliche Gewichtsveränderungen oder gesteigerter oder verminderter Appetit
  • Schlaflosigkeit oder übermäßiges Schlafbedürfnis
  • Ruhelosigkeit oder auffallend verlangsamte Reaktionen im Alltag
  • Anhaltende Müdigkeit oder Energieverlust
  • Gefühle von Wertlosigkeit oder unangemessene Schuldgefühle
  • Verminderte Denk- oder Konzentrationsfähigkeit
  • Verringerte Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen
  • Wiederkehrende Todes- oder Selbstmordgedanken

Fachleute sprechen erst dann von einer depressiven Episode oder Depression, wenn mehrere Anzeichen vorhanden sind und mindestens 14 Tage lang anhalten.

Professionelle Hilfe bei Depressionen

Eine Depression ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die viele Menschen nicht alleine überwinden können. Sie wird in der Öffentlichkeit vielfach tabuisiert und Betroffene vermeiden es, mit anderen darüber zu reden. Dabei sollte sich niemand scheuen, professionelle Unterstützung zu suchen.

Ohne Therapie kann eine Depression monate- und jahrelang anhalten und das gesamte Leben beeinträchtigen. Dagegen können 80 Prozent der depressiven Patienten durch eine geeignete psychotherapeutische Behandlung innerhalb weniger Wochen eine Verbesserung ihrer psychischen Verfassung erzielen.

Wer hilft bei Depressionen?
Voraussetzung für die erfolgreiche Behandlung einer Depression sind zunächst die fachgerechte Diagnose und das Erkennen der Ursachen.

In vielen Kliniken gibt es psychoonkologische Beratungsstellen, die Betroffene und Angehörige bei der gesamten Krankheitsverarbeitung unterstützen.

Stand: 2017

Quellen:

  1. Heußner P et al. Manual der Psychoonkologie. W. Zuckschwerdt Verlag. 3. Auflage 2009
  2. Cancer Research IK. Coping with cancer, http://www.cancerresearchuk.org/about-cancer/coping/emotionally/cancer-and-your-emotions/depression (zuletzt besucht am 06.03.2017)
  3. Leben mit Hypophysentumoren, https://www.leben-mit-hypophysentumoren.de/mein-leben/krebs-und-psyche/depression-bei-krebs-professionelle-unterstuetzung-kann-helfen (zuletzt besucht am 10.03.2017)
  4. Macmilan Cancer Support. Coping with depression, http://www.macmillan.org.uk/Cancerinformation/Livingwithandaftercancer/Emotionaleffects/Depression.aspx (zuletzt besucht am 10.03.2017)

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