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Aktive Angstbewältigung – mehr Lebensqualität

Große Lebensveränderungen bringen oft Ängste mit sich. Hierzu gehört auch die Diagnose Myelofibrose. Wer lernt, seine Angst zu kontrollieren, kann seine Lebensqualität deutlich verbessern.

Angst ist ein normales Gefühl, das nahezu alle Krebspatienten erleben: Angst vor dem Tod, Angst und Ungewissheit hinsichtlich des Therapie- und Krankheitsverlaufes, Angst, dass der Krebs streut oder der Tumor wieder erneut auftritt. Wenn die Angst aus der realen existenziellen Bedrohung im Verlauf einer Krebserkrankung entsteht und über viele Jahre bestehen bleibt, wird dies in der Fachsprache als „Progredienzangst“ bezeichnet.

Beeinflussen Ängste den Krankheitsverlauf?

Wer Angst hat, muss nicht befürchten, dass seine Ängste die Heilung bzw. den Krankheitsverlauf der Myelofibrose negativ beeinflussen. Dafür gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Im Gegenteil, sie sind völlig normal und „erlaubt“. Sie können jedoch die Lebensqualität stark einschränken.

Wie kann ich mit meinen Ängsten umgehen?

Wer seine Ängste und die körperlichen und psychischen Anzeichen hierfür erkennt, kann die Angst mit verschiedenen Strategien aktiv bewältigen und seine Lebensqualität verbessern. Es gibt jedoch keine Patentrezepte und keine allgemeingültigen Verhaltensregeln, wie man Angst erfolgreich bewältigen kann. Denn jeder Mensch hat seine eigenen Lebenserfahrungen und Strategien im Umgang mit Krisensituationen.

Jeder Betroffene hat wahrscheinlich seine ganz speziellen Angstauslöser. Auch die Anzeichen von Angst unterscheiden sich bei jedem Menschen: Viele Betroffene zeigen körperliche Symptome der Angst, wie Atemnot, erhöhte Muskelspannung, Schwindelgefühl oder Herzrasen. Andere Betroffene wälzen Angstgedanken und spüren Angstgefühle.

Wie kann ich meine Angst aktiv bewältigen?

  • Die Angst akzeptieren
    Nehmen Sie die Angst ernst, denken Sie die Angst-Szenarien zu Ende und setzen Sie sich mit Ihrer Angst auseinander: Wer seiner Angst Raum gibt, sich gestattet Angst zu haben, der beginnt mit seinen Angstgefühlen zu leben anstatt sie zu verdrängen. Es hilft Ihnen vielleicht, wenn Sie bei diesem wichtigen Schritt der Angstbewältigung auf die Unterstützung eines erfahrenen Psychologen vertrauen.
  • Über die Angst sprechen
    Sprechen Sie über Ihre Ängste und Sorgen, um sich zu entlasten. Nicht umsonst heißt es „sich etwas von der Seele reden". Vielleicht kommen Sie im Gespräch auch auf neue Gedanken oder ändern eventuell Ihren Blickwinkel auf die Angst.
  • Ängste herauslassen und Gefühle ausdrücken
    Angestaute Ängste können so weit anwachsen, so dass sich ein enormer emotionaler Druck aufbaut. Dieser Druck wandelt sich häufig in Wut und Aggression. Wut abzulassen kann dazu beitragen Ängste abzumildern, deswegen sollte man seine Gefühle herauslassen und nicht ständig unterdrücken. Dabei können z.B. Musik, Malen oder Bewegung als ein sehr gutes Ventil dienen.
  • Kontakte und verständnisvolle Unterstützung suchen
    Die Familie, Freunde, aber auch Selbsthilfegruppen, Mitarbeiter von Beratungsstellen, der Hausarzt, ein Seelsorger oder auch ein Psychologe können beim Umgang mit Ängsten wertvolle Hilfestellung geben. Es ist bekannt, dass Krebspatienten mit guten Sozialkontakten weniger Ängste haben als sozial isolierte Patienten.
  • Ablenkung suchen und Abstand gewinnen
    Es kann sehr belastend sein, sich ständig mit seiner Krankheit auseinander zu setzen. Deshalb ist es wichtig, von seinen Ängsten und Sorgen Abstand zu gewinnen und ganz bewusst die schönen Dinge des Lebens in den Vordergrund zu rücken. Dabei kann die Ablenkung ein Hobby sein, auch Aktivitäten mit Familie und Freunden oder ein Spaziergang.
  • Für Bewegung und Entspannung sorgen
    Durch körperliche Aktivität können Sie Ihren ganzen Körper entspannen. Dabei verringern sich auch Ihre Ängste. Denn: Bei Bewegung setzt Ihr Körper außerdem körpereigene Stimmungshormone (Endorphine) frei, die gegen Ängste und Schmerzen wirken. Auch gezielte Entspannungstrainings wie Autogenes Training, Yoga und andere Entspannungsverfahren helfen gegen Ängste.
  • Informiert bleiben
    Informiert zu sein, zu wissen was bei einer Krebserkrankung im Körper und ihm Rahmen der Krebstherapie passiert, macht sie sicherer und hilft, Ängste abzubauen. Deshalb sollten Sie bei Ihrem Arzt um verständliche Erklärungen bitten, wenn Sie verunsichert sind, Angst vor der Therapie und dem weiteren Verlauf der Krankheit haben.

Wer hilft mir bei anhaltenden Angstzuständen?
Ohne Therapie können die Symptome einer Angststörung monate- und jahrelang anhalten und das ganze Leben belasten. Bei anhaltenden und sehr starken Ängsten, Panikattacken oder generalisierten Angstzuständen können Sie jedoch professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen, zum Beispiel …

… in psychoonkologische Beratungsstellen in Kliniken, die Betroffene und Angehörige unterstützen.

… bei Spezialisten in psychoonkologischen Beratungsstellen, die Ihnen geeignete Wege aus Ihrer Angst zeigen.

Stand: 2017

Quellen:

  1. Heußner P et al. Manual der Psychoonkologie. W. Zuckschwerdt Verlag. 3. Auflage 2009
  2. Diamantidis T. Den Krebs bewältigen und einfach wieder leben. TRIAS Verlag. 2. Auflage 2010
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