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Nachsorge – Therapieerfolge langfristig sichern

Für viele an Myelofibrose Erkrankte sind Nachsorge und Verlaufskontrollen angstbesetzte Begriffe. Jedoch können sie Therapieerfolge sichern, den Betroffenen Sicherheit geben und langfristig eine wertvolle Stütze sein.

Dank moderner Behandlungsverfahren haben heute viele Krebserkrankungen gute Chancen auf Heilung. Danach würden Betroffene den Krankenhäusern und Ärzten am liebsten für immer den Rücken zudrehen.

Nicht viel anders geht es Menschen, bei denen der Krebs zwar nicht geheilt, aber durch Medikamente dauerhaft kontrolliert werden kann. Untersuchungen zur Nachsorge oder Verlaufskontrolle können Angst und Ablehnung auslösen.

Aber auftretende medizinische Probleme sind in der Regel besser behandelbar, je früher sie erkannt werden. Das wiederum bedeutet eine raschere Rückkehr in den Alltag. Wenn es gelingt, Ängste und Befürchtungen abzubauen, können Kontrolluntersuchungen Ihnen sogar eine gewisse Sicherheit geben.

Wie können mir regelmäßige Kontrolluntersuchungen helfen?

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sollen vor allem helfen, ein Fortschreiten der Erkrankung oder einen Rückfall früh zu erkennen. Darüber hinaus kann auf diese Weise der Krankheitsverlauf unter dauerhafter Medikamenteneinnahme kontrolliert werden. Schließlich können auch Nachwirkungen abgeschlossener Behandlungen, wie z.B. einer Chemotherapie, erkannt und bekämpft werden.

Verlaufskontrollen sind Teamarbeit

Im Verlauf der Krebserkrankung haben Sie wahrscheinlich Kontakt mit verschiedenen Ärzten. Hierzu gehören Ärzte, die Sie ganz unabhängig von Ihrer Erkrankung wegen anderer Beschwerden, z.B. wegen Rückenproblemen, aufsuchen.

Ideal ist es jedoch, wenn Sie einen konstanten Ansprechpartner haben, der ihre ganze Krankheitsgeschichte kennt und verfolgt. Je nach individueller Situation kann diese Aufgabe der Hausarzt oder ein Spezialist übernehmen. Dabei sollten Sie alle Sie behandelnden Ärzte immer über ihre Erkrankung informieren, damit diese Ihre Beschwerden richtig einschätzen und angemessen reagieren können: Nachsorge und Verlaufskontrollen sind Teamarbeit. Dabei sind Sie nicht nur Mittelpunkt, sondern auch selbst ein wichtiges Team-Mitglied.

Die Zeitabstände hängen von der Krankheit ab

Jede Krebserkrankung und in jedes Krankheitsstadium bergen unterschiedliche Risiken für einen Rückfall oder ein Fortschreiten der Erkrankung. Die Zeitabstände zwischen den Kontrolluntersuchungen richten sich nach diesen individuellen Risiken. Zumeist sind sie am Anfang kürzer. Je länger dann ein Rückfall ausbleibt, desto geringer wird das Risiko und desto länger können die Abstände zwischen den Untersuchungen sein.

Unser Rat:
Sprechen Sie Ihren Arzt auf Ihren individuellen Kontrollplan an. Zu wissen, was zu welchem Zeitpunkt auf Sie zukommt, trägt dazu bei, eventuell vorhandene Ängste abzubauen.

Welche Untersuchungen benötigt die Verlaufskontrolle?

Wenn Sie an Krebs erkrankt sind, wird Ihr Arzt einige Untersuchungen bei jeder Verlaufskontrolle durchführen. Diese kann er bei Bedarf durch weitere Untersuchungen ergänzen.

  • Das Gespräch:
    Im Mittelpunkt steht das Gespräch zwischen Ihnen und Ihrem Arzt. Hierbei wird der Arzt einige gezielte Fragen zu Ihrem Befinden stellen. Es ist wichtig, dass Sie dabei auch Beschwerden erwähnen, die Sie vielleicht nicht in Zusammenhang mit der Erkrankung bringen. Müdigkeit oder Appetitlosigkeit beispielsweise können Nebenwirkungen von Medikamenten sein. Eine Beratung durch den Arzt oder eine Umstellung auf ein anderes Medikament können dann möglicherweise Abhilfe schaffen.

    Das Gespräch soll Ihnen zudem die Gelegenheit geben, Probleme oder Befürchtungen rund um die Erkrankung zu äußern. Der Arzt kann Sie beim Umgang mit Ihrer Erkrankung beraten, Sie unterstützen und Ihnen bei Schwierigkeiten Anlaufstellen und Spezialisten empfehlen.

  • Die körperliche Untersuchung:
    Dem Gespräch folgt meist eine allgemeine körperliche Untersuchung. Gewicht und Ernährungszustand sind ein guter Anhaltspunkt für Ihr allgemeines Befinden – die Untersuchung der einzelnen Körperregionen kann Hinweise auf spezielle Organveränderungen, z. B. eine Vergrößerung der Milz, geben.

  • Blutuntersuchung:
    Eine Reihe an Blutwerten gibt Ihrem Arzt über Ihren allgemeinen Gesundheitszustand und über den Verlauf Ihrer Erkrankung. Daneben gibt es für einige Krebserkrankungen spezielle Werte, die ein Hinweis auf ein Fortschreiten oder Wiederauftreten der Erkrankung sein können. Bei Myelofibrose werden zunächst zu viele weiße Blutkörperchen und Blutplättchen gebildet. Dagegen nimmt im späteren Verlauf der Erkrankung die Produktion aller Blutkörperchen stark ab. Die Folge sind Blutarmut (Anämie) und eine verstärkte Blutungsneigung.

  • Weitere Untersuchungen:
    Ob und welche weiteren Untersuchungen erforderlich sind, ist von Krankheit zu Krankheit verschieden. Bei Krebserkrankungen, z. B. Darmkrebs, können sich Absiedlungen in der Lunge oder der Leber bilden. Um solche Absiedlungen frühzeitig zu erkennen, werden in regelmäßigen Abständen Röntgenaufnahmen der Lunge und Ultraschalluntersuchungen des Bauches durchgeführt.

  • Aufwändigere Untersuchungen:
    In regelmäßigen Abständen, oder bei auffälligen Ergebnissen, kann eine umfassendere Abklärung erforderlich sein. Die dafür notwendigen Geräte sind meist nicht in der Hausarzt-Praxis vorhanden. Daher wird der Patient hierfür an andere Fachärzte oder Kliniken verwiesen.

Der Nutzen aus ärztlichen Verlaufskontrollen ist dann besonders groß, wenn alle beteiligten Ärzte, aber auch Angehörige und Sie selbst als aktive Mitglieder eines Teams verstehen. In einem offenen Gespräch können Sie viele Ängste abbauen und Probleme lösen. Dann können Ihnen die Verlaufsuntersuchungen bei dem Arzt, der Sie auf dem Weg mit der Erkrankung oft schon eine lange Zeit begleitet hat, Sicherheit und Unterstützung bieten.

Stand: 2017

Quellen:

  1. Kinderkrebsinfo.de, http://www.kinderkrebsinfo.de/e9031/e10543/e13363/e63850/e86713/index_ger.html (zuletzt besucht am 10.03.2017)
  2. dkfz. Krebsinformationsdienst, http://www.krebsinformation.de/tumorarten/brustkrebs/nachsorge.php (zuletzt besucht am 10.03.2017)
  3. dkfz. Krebsinformationsdienst, http://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/2012/news76.php (zuletzt besucht am 10.03.2017)

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