AUCH HELFER BRAUCHEN HILFE

Kraft investieren – und erneuern

Wer viel hilft, sollte auch selbst Hilfe in Anspruch nehmen. Denn für Ihr Engagement benötigen Sie Energie, Gelassenheit und Geduld. Diese Kräfte müssen Sie regelmäßig erneuern. Nehmen Sie sich deshalb gezielt Zeit zum Auftanken. Wer sich ohne entsprechende Auszeiten und ohne Ausgleich nur verausgabt, läuft Gefahr, in einen Erschöpfungszustand oder ein Stimmungstief zu geraten.

Achten Sie besonders auf erste Warnsignale wie Schlafschwierigkeiten oder Lustlosigkeit. Besser nehmen Sie sich frühzeitig Zeit für Ihre Erholung und planen ein ausreichendes persönliches Programm in die Woche ein – und dazu zählt alles, was Ihnen Freude macht; seien es sportliche oder kulturelle Aktivitäten oder ein Treffen mit Freunden.

Gespräche können neue Wege zeigen

Ein Gespräch mit Freunden oder Bekannten, die einen anderen Blickwinkel auf die Situation haben, kann manchmal überraschend hilfreich sein, um Lösungsansätze für ungeklärte Probleme zu finden. Tauschen Sie sich mit vertrauten Menschen aus, wenn Sie einen „Sparringspartner“ brauchen, holen Sie Anregungen und Ideen ein.

Auch professionelle Hilfe steht Ihnen zur Verfügung – in der ganzen Breite der möglichen Probleme. So kann ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt oder mit Ansprechpartnern bei Krankenkassen in Fragen der Reha oder Pflege viel eigene Recherche ersetzen.

Professionelle Hilfe annehmen

Ob bei Erstdiagnose, während der Behandlung oder auch später – um negative Stress-Situationen besser zu verarbeiten, haben Sie generell die Möglichkeit, sich beraten oder psychotherapeutisch unterstützen zu lassen. Viele Krebsberatungsstellen betreuen nicht nur Kranke, sondern auch die eingebundenen Angehörigen.

Auch der Sozialdienst der Klinik, in der Ihr Angehöriger gegebenenfalls betreut wird, bietet häufig Unterstützung im Rahmen einer psychoonkologischen Betreuung. Zögern Sie nicht, diese Angebote wahrzunehmen. Alles, was Ihnen hilft, hilft auch dem Menschen, um den Sie sich sorgen.

WAS SIE TUN KÖNNEN

Achten Sie auf Ihre Reserven, sorgen Sie aktiv dafür, dass Ihre eigenen Interessen nicht zu kurz kommen. Suchen Sie bei Fragen, bei denen Sie selbst keine Antwort oder Lösung finden, den Rat und die Unterstützung von professionellen Ansprechpartnern. Hier sind einige Links:

www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/adressen/krebsberatungsstellen.php  

www.nakos.de

www.inkanet.de

www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2018/dkfz-pm-18-33-Wenn-Berufstaetige-ihre-krebskranken-Angehoerigen-pflegen.php

Referenzen:

  1. Deutsche Krebshilfe e. V. Die Blauen Ratgeber: Hilfen für Angehörige (Stand: Juli 2017), www.krebshilfe.de/infomaterial/Blaue_Ratgeber/Hilfen-fuer-Angehoerige_BlaueRatgeber_DeutscheKrebshilfe.pdf (zuletzt besucht am 31.07.2019)
  2. Artikel „Shared Experiences Are Amplified“ von Erica J. Boothby, Margaret S. Clark, John A. Bargh First Published October 1, 2014 Research Article. Verfügbar unter https://doi.org/10.1177/0956797614551162 (zuletzt besucht am 31.07.2019)
  3. Das Leitlinienprogramm der Psychoonkologie. Verfügbar unter https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/ Downloads/Patientenleitlinien/Patientenleitlinie_Psychoonkologie_1750017.pdf (zuletzt besucht am 31.07.2019).
  4. Der Krebsinformationsdienst. Verfügbar unter https://www.krebsinformationsdienst.de/leben/krankheitsverarbeitung/angehoerige. php (zuletzt besucht am 31.07.2019).